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"Das innere Bild der Anlehnung - wie kann es uns helfen?

 

Vorstellungsbilder



Unsere Vorstellungsbilder oder auch unser Kopf-Kino sorgen dafür, dass uns manches besser gelingt als anderes. Daher hier nun ein spezieller Beitrag, der zu einem besseren Verständnis nicht nur des Begriffs Anlehnung führt, sondern auch die Umsetzung wesentlich erleichtern wird.

Viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg beim Umsetzen.

 

Wie immer heißt auch hier das Zauberwort TUN und das heißt, einmal mehr seine Aufmerksamkeit auf die Veränderungen richten und überprüfen, ob diese Bilder zum gewünschten Ergebnis führen, oder ob sie sich noch optimieren lassen. Lass uns gerne in den Kommentaren wissen, welche Erfahrungen ihr mit diesen Bildern macht.


Es gibt Begriffe, die immer wieder falsch interpretiert werden. Manche kann man nicht kurz und bündig erklären. In unserer Reitweise brauchen wir eine Anlehnung, weil wir beim Reiten einen positiven Spannungsbogen erarbeiten wollen. Über Anlehnung wurde schon so viel geschrieben, der Begriff wurde durch andere ersetzt (Kontakt ist noch einer der besten), er findet sich auch in anderen Reitweisen so nicht wirklich wieder. Anlehnung sollte leicht sein; sie variiert aber auch; von Pferd zu Pferd und auch innerhalb einer Reiteinheit. Und sie wird so häufig missverstanden, falsch benutzt und auch falsch gelehrt. Das Zügelgewicht sollte reichen, manchmal braucht man mehr? Dann fängt die Verunsicherung an. Wieviel mehr? Aus Angst zu viel zu machen, wird zu wenig gemacht. Aus Angst das Pferd zu ?verlieren?, bleibt man zu lange und zu feste dran? Die Liste ließe sich fortsetzen.


Wie können wir es besser machen?


Richtig, mit dem passenden Vorstellungsbild: Denkt mal, ihr geht mit einem lieben Menschen spazieren. Ihr habt das Bedürfnis, euch an den Händen zu halten. Ihr wollt euch nicht verlieren, nah bei einander sein, euch spüren. So, wie ihr das Hinterbein eures Pferdes in eurer Hand spüren wollt! Niemand käme auf die Idee, die Hand des geliebten Menschen feste zu quetschen? Oder? Ihr wollt nur Gemeinsamkeit ausdrücken!

Wenn er/sie aber stolpert, aus dem Gleichgewicht kommt, nach vorne fällt?was macht ihr dann? Ihr haltet! Kurz und feste, um Schlimmeres zu verhindern. Um gleich darauf wieder loszulassen und euch zu vergewissern, dass nichts passiert ist. Genau wie mit eurem Pferd. Mal festeren Kontakt aufnehmen zu müssen kann notwendig sein. Die Betonung liegt wirklich auf Mal! Ihn lange zu halten niemals! 



Ihr stütz auch Eurer Gegenüber nicht! Dann wäre der Spaziergang für euch selbst viel zu anstrengend und bald vorbei. Ihr wollt den leichten Kontakt genießen, die Zärtlichkeit, und gemeinsam die Natur, die Stadt oder was auch immer. Und ehrlich, wenn ihr mal eure Hand löst, dann passiert?. NICHTS! Der Mensch neben euch kippt nicht um, läuft nicht weg, bleibt nicht stehen oder macht sonst irgendwas. Er geht einfach neben euch weiter, um vielleicht seinerseits gleich wieder eure Hand zu suchen; weil der Kontakt angenehm ist. 




So solltet ihr euer Pferd reiten! Nicht stützen, nicht verlieren, helfen, wenn es aus dem Gleichgewicht kommt und es ist ein Vertrauenszeichen, wenn es eure Hand sucht, solltet ihr zu sehr nachgeben!

Das zu erreiten ist nicht einfach. Es erfordert einen gefestigten Sitz, damit die Zügel unabhängig geführt werden können. Auf Inlineskatern lässt sich nicht so leicht leichten Kontakt zum Menschen halten, nicht wahr? Erst Recht nicht, wenn man über eine Buckelpiste fährt. Das muss man üben! Sonst klammert man sich fest und beide stürzen! Sinnbildlich ist das beim Pferd dasselbe. Es wird immer schneller, stützt sich auf den Zügel und droht sein Gleichgewicht völlig zu verlieren. Das ist keine Anlehnung mehr!

Aaaaber; ihr geht auch nicht gleich mit jemand Fremden Inlineskaten und vertraut euch ihm auf schwierigen Terrain an! Ihr schaut erstmal, wie der so tickt. Beim Spazierengehen. Auf sicherem Boden! Und wenn dann langsam das Vertrauen steigt, dann kommt mal die Bergtour, das Skaten oder was auch immer! 

???


So erarbeitet man sich Anlehnung! Durch Vertrauen in die Reiterhand. Auf bekannten guten Geläuf. Und wenn das alles gut klappt, dann wird es dynamischer und schwieriger von den Übungen.

Wir sind sehr gespannt auf Eure Erfahrungen. Und ganz wichtig, nur wenn wir uns austauschen bringen wir uns gegenseitig weiter.


Ganz liebe Grüße

Eure Birgit Katharina Bank